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Syndicon - Backgrounder


Während sich die etablierten Instant Messaging-Anbieter einen erbarmungslosen Wettbewerbskampf liefern und ihren Nutzern jeweils nur die Kommunikation innerhalb der eigenen Community ermöglichen, gewinnt die Jabber Open-Source-Bewegung zunehmend an Bedeutung. Laut ComScore Media Metrix berichtete der erste populäre Instant Messenger ICQ im Juni 2003 eine auf ca. 6 Millionen geschrumpfte Nutzercommunity, während zur selben Zeit die Jabber Software Foundation (JSF) eine Nutzercommunity von annähernd 10 Millionen Nutzern erreichte.

Open-Source-Projekt Jabber

Anfang 1998 gründete Jeremie Miller das Open-Source-Projekt mit dem klangvollen Namen "Jabber". Dahinter stand die Vision eine umfassende Plattform für Instant Messaging mit transparenter Kommunikation zu anderen Instant Messaging-Systemen zu erschaffen.

Seither arbeiten hunderte größtenteils freie Entwickler weltweit sowohl an server- als auch client-seitigen Jabber-Technologien. Es gibt mittlerweile tausende von Jabber-Server-Installationen im Internet und Millionen von Menschen, die ihr Instant Messaging über Jabber abwickeln.

Die Vorteile des offenen Standards

(1) Ein Jabber-Nutzer kommuniziert über seine weltweit eindeutige Instant Messaging-ID (kurz JID; z.B. meinname@jabberserver.de) nicht nur völlig transparent mit Nutzern beliebiger anderer Jabber- Server, sondern über so genannte Transports (Netzübergänge) auch mit AIM, MSN, ICQ und Yahoo Messenger-Nutzern. Die Chancen stehen gut, dass sich das Jabber/XMPP-Protokoll sozusagen zum SMTP des Instant Messaging mausert.

(2) Jabber basiert auf dezentralen lokalen Servern, die Nachrichten wie e-Mails von Server zu Server leiten. Die Protokollschnittstellen für die Kommunikation mit AIM, MSN, ICQ und Yahoo werden auf den Servern bereitgestellt, so dass der Nutzer seinen Client bei Änderungen nicht ständig anpassen muss.

(3) Die kommerziellen Anbieter haben allesamt eine zentrale Struktur. Die persönlichen Daten über Freunde werden in einer zentralen Datenbank gespeichert und die Kommunikation ist vollkommen ungeschützt. Dem wirkt bei Jabber die dezentrale Administration und die SSL-Verschlüsselung entgegen.

Die Entwicklung von Syndicon

Nach einer fast einjährigen Vorbereitungs- und Entwicklungszeit in Zusammenarbeit mit engagierten Programmierern der Jabber-Szene aus Deutschland, Australien und England begann im März 2003 die interne Pilotphase von Syndicon. Mehr als 400 Nutzer testeten acht Monate lang den Dienst mit verschiedenen Jabber-kompatiblen Instant Messengern. In diesem Zeitraum erreichte der Messaging-Server inklusive der Ausfälle durch konfigurations-bedingte Wartungsarbeiten bereits eine Verfügbarkeit von 99,6%.

Am 30. November geht Syndicon in die öffentliche Pilotphase. Bei der Erprobung und Weiterentwicklung von Syndicon setzt die Craft AG auf das Engagement des Programmiererteams und die stetige Verbesserung des Dienstes, geleitet durch die intensive und direkte Kommunikation mit den Nutzern.

Die Craft AG erwartet, dass die Unternehmen AOL, Yahoo und Microsoft MSN auf die veränderten Marktbedingungen reagieren werden. Angesichts sinkender Werbeeinahmen durch den weiteren Rückgang der User-Zahlen, sei die Öffnung der Gateways der proprietären Instant Messenger-Services ein denkbares Szenario.
 

Pressematerial

Bildmaterial in Druckauflösung

Pressemeldung vom 28.11.2003

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